Jacke wie Hose?
Modischer Faschoalarm / von Seppo KyrviläIn den vergangenen Wochen waren die Rechtsradikalen wieder ein großes Thema in ganz Deutschland. Auch die KuK will ihren Teil zur Diskussion beitragen, versucht es aber einmal aus einem anderen Blickwinkel. In dem Beitrag von Seppo Kyrvilä geht es um Sein und Schein und Mode.
Das Personalchefs bei Bewerbern auf die Schuhe achten, hat sich mittlerweile wohl zum letzten Jobsucher herumgesprochen. Auch aus Feteschistenkreisen hört man hier und da von großem Interesse für Füße und deren Bekleidung. Doch auch Polizisten interessieren sich nicht selten für Schuhe, genauer gesagt: für Stiefel. Das gilt übrigens nicht nur für die Jungs und Mädels in Grün-Beige sondern auch für die Hüter der rechten Ordnung im linken Kiez.
Ein hochrangiger Berliner Polizeifunktionär wird in den Medien dafür gelobt, dass er demonstrierenden Nazi-Skins verbietet, Kampfstiefel zu tragen. Und wer im westlichen 61 auf Dr. Martens durch die Straßen federt, macht sich höchst verdächtig. Kommt zu den luftgepolsterten Engländern noch die Jacke aus einer bestimmten Londoner Kollektion, spätestens dann ist alles klar: Faschistenalarm!
Weiß ja jeder: Die Marke Lonsdale wird ja bekanntermaßen gerne von Leuten getragen, denen es vor allem die mittleren Buchstaben angetan haben. Jeder Skin ist ein Nazi Und kleine Kinder bringt der Storch.
Jeder Mythos hat seinen wahren Kern In der Tat rtagen auch rechte Schlägertypen gute Schuhe und coole Garderobe. Doch wer in jedem Stiefel einen Nazi vermutet, und unter jedem rasierten Scheitel faschistische Ideologie, der findet allzuleicht Feinde. Allerdings bleibt eines auf der Strecke: der Blick für die wirklichen Probleme und die wahre Gefahr - Die Nazis mit Schlips und Kragen und die bösen Gedanken hinter des netten Nachbarn freundlichem Gesicht.