Der Künder drohenden Unheils trägt einen Hut
Seppo Kyrvilä wohnt demnächst im Osten

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, beim Zonenampelmann am Halleschen Tor. In Gestalt jenes auf den ersten Blick harmlosen Burschen, allerdings mit Walter-Ulbricht-Hut, begegnet uns ein Vorbote der dräuenden Bedrohung, der Balkanisierung Kreuzbergs. Keine Angst: Hier kommt jetzt keine von diesen Ossi-Wessi-Litaneien der Bauart »Mauer wieder hoch, aber drei Meter höher« oder aber »war ja nicht alles schlecht drüben« oder so ähnlich. Derlei Gewäsch habe ich schon viel zu oft an diversen Theken in diversen Lokalen von diversen Schwachköpfen gehört.
Auch ist die Gefahr, dass unsere Kieze plötzlich von einer Horde von Cindys und  Peggys, Ronnys und Mirkos überrannt werden, nicht allzu groß. Der gemeine Echtberliner zieht nur widerwillig über die Stadtteilgrenzen hinweg um - daran kann auch  die zugegebenermaßen abstruse Zwangszusammenlegung von Kreuzberg und Friedrichshain nichts ändern.
Die wirkliche Bedrohung kommt von außen - aus den Weiten der Republik, wenn nicht der Restwelt. Das zeigte und zeigt sich auf erschütternde Weise am Beispiel zweier Stadtteile im ehemaligen Sowjetsektor. Prenzlauer Berg war kurz nach dem Mauerfall eine faszinierende Gegend mit gammeligem Charme und loderndem Nachtleben. Und heute? Alle Parkplätze blockiert von dunklen Saabs mit auswärtigen Kennzeichen, alle Kneipen rund um den Kollwitzplatz orangerot getüncht und mit Bärlauchschaumsüppchen im Ausschank und die vermutlich größte Hochpreissonnenbrillendichte jenseits von Italien. Ein völlig anderes aber ebenso widerliches Bild bietet sich im ehemaligen Malocherkiez Friedrichshain. Wohin das Auge blickt junge Schnöselinnen und Schnösel, erstere in albernen Hängekleidchen, zweitere mit Idiotenfrisuren, Idiotenkoteletten und Idiotensonnenbrillen.
Wir sehen also zwei Stadtteile, die von verschiedenen Migrantenströmen auf unterschiedliche Weise gründlich ruiniert worden sind. Einzige Gemeinsamkeit der beiden Elendsquartiere: Ein Ampelmann mit Hut. Und jetzt taucht dieser bei uns auf - und in seinem Gefolge vermutlich eine unüberschaubare Masse von uniformen Einwanderern. Die Mieten werden steigen, aus Kneipen werden Cafés, Bars oder gar Lounges. Die Worte »icke«, »wa« und »denne« werden wir nur noch von Busfahrern und  Müllentsorgern hören. Ich bekomme es mit der Angst und sende einen  verzweifelten Appell: BlödmännerInnen der Welt, ignoriert diesen Stadtteil!

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