Trinken leicht gemacht
August 2005

Der Mensch soll trinken und zwar in Größenordnung. Zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag garantieren des Körpers volle Funktion, aber viele Menschen schaffen diese Menge nicht, und das ist wirklich ungesund. Überall auf der Welt arbeiten Experten an der Lösung dieses Problems. Auf der Internetseite der Bad Liebenwerdaer Mineralquellen z. B. wird ein sogenannter Trink-Erinnerer zum Download angeboten, damit - genau - ausreichend getrunken wird, besonders im Büro, denn gerade am Schreibtisch wird zuwenig getrunken, lernt man dort. Ausprobieren konnte ich den TE nicht, weil ich das falsche Betriebssystem verwende, aber ich gehe davon aus, dass die Software an das Trinken von Mineralwasser erinnert. Das muss doch nicht sein, also ich meine, viele unserer Kneipen sind im Internet präsent und warum greift man diese brillante Idee dort nicht auf? Nehmen wir als Beispiel einen Anno-64-Trink-Erinnerer (A64TE). Sie hauen sich das Ding auf den PC und werden automatisch regelmäßig ans Trinken erinnert. Dass das Anno bei der Gelegenheit anbietet, genau das im Anno zu tun, liegt in der Natur der Sache. Kein Problem, den Service auf SMS auszudehnen. Sie sitzen also wo sie wollen, am Schreibtisch, unter einem Baum oder im Zug nach Frankfurt und zack. Dabei fällt mir was anderes ein: Ich sitze neulich im Zug nach Frankfurt und blättere geduldig im ICE-Magazin, da fällt mein Blick auf eine Anzeige und ich lese: "Besser leben ohne Harndrang!" - Und was mache ich? Genau, und ich sage Ihnen, die Anzeige hatte Recht. Sie verstehen das Prinzip und gesund ist es obendrein. Oder stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens um sieben am Flughafen München an und sind soeben ans Trinken erinnert worden. Problem: Die Gastronomie hat noch geschlossen und Ihr Zustand ist kritisch. Da! Der Weizenbiereingießautomat! Sie stecken ein paar Münzen rein, es surrt professionell, die Maschine schiebt ein schönes Weizenbierglas nach vorn, ein metallener Arm packt es von hinten, neigt es bis zu einem bestimmten Grad und hält inne. Alles still. Ein Klicken und das wunderbare Nass läuft ins Glas, kein Tropfen daneben und der Geruch des Bieres steigt Ihnen durch die Nase ins Hirn. Das Ärmchen hält das nun volle Glas sicher und als von oben nichts mehr kommt, surrt es erneut, das Glas richtet sich auf, wird behutsam abgesetzt und der Automat meldet Vollzug. Piiiieeep! Sie haben auf Ihrem Kofferkuli Platz genommen, Aug' in Aug' mit dem Wunder der Technik und seiner Kunst. Sie können jetzt trinken. Zweieinhalb Liter sind gesund.

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