Nichts als die Wahrheit
Februar 2006Ich geh so gern spazieren. Die Gegend zwischen Landwehrkanal und Fidicinstraße ist dafür gut geeignet, weil nichts so weit ist. Wenn ich unterwegs bin, denke ich manchmal ein wenig nach. In letzter Zeit kreisen meine Gedanken viel um die Zukunft und zum Jahreswechsel habe ich naturgemäß darüber gegrübelt, was ich noch besser machen könnte im Leben. Zudem häufen sich Spekulationen und Gerüchte über mich, auf die ich reagieren muss.
Also erstmal die Sache mit dem Steißbein. Schönheitsoperation ist natürlich Unfug. Neulich habe ich doch klar genug gemacht, dass es für mein Alter noch ganz gut aussieht. Es ist auch nicht richtig, dass ich mir beim Verlassen des Malheurs einmal das Steißbein verstaucht habe. Richtig ist vielmehr, dass ich vor bald drei Jahren beim Verlassen des Malheurs so hohe Geschwindigkeit aufgenommen habe, dass ich am Fuß der verfluchten Treppe nicht mehr bremsen konnte und erst auf dem Radweg zu liegen kam. Im Fall habe ich mir den eigenen Ellenbogen in die Rippen gerammt und mir eine davon »angebrochen«, wie die Röntgenfrau später sagte. Das wirklich Gemeine war, dass ich damals auch einen grippalen Husten hatte. Haben Sie schon mal mit was an der Rippe gehustet? Nicht schön.
Dann die Sache mit Mandy. Ich bin viel in der Welt herumgekommen und eine dieser Reisen endete in Marzahn. Sie war damals übrigens keine 19, wie behauptet wurde, sondern schon Anfang 20, so dass der Altersunterschied gar nicht so dramatisch war - was sind schon dreißig Jahre. Passte auch gut, dass sie gerade ihren Mann und ihre zwei Kinder rausgeworfen hatte, so konnte ich gleich bei ihr einziehen. Zufälligerweise war ich gerade wohnungslos gewesen. Übrigens ist auch erlogen, dass ich Mandy verlassen hätte. Es war umgekehrt und ich muss zugeben, dass sie gute Gründe dafür hatte, immerhin hatte ich gedroht, sie zu erschießen, falls sie es nochmal mit diesem Penner treibt, der immer drüben am Kiosk rumhängt. Allerdings hatte ich gar keine Wumme dabei und war stark angeheitert. Wie hätte ich sie denn erschießen sollen. Sie hat mich trotzdem verlassen und seitdem fühle ich mich irgendwie voll scheiße. Alles so schrecklich leer.Schließlich wollte ich mich noch zu dem gemeinen Gerücht äußern, dass ich angeblich unter dem Pseudonym Horny Fred erotische Lyrik und Kurzgeschichten im Internet zum kostenpflichtigen Download anbiete, aber den Text hat mir der Redakteur rausgestrichen, der Spießer, der lumpige. Alles voll gelogen.